Drum-Clinic

Wörtlich übersetzt heißt „Clinic“ übrigens nicht nur „Klinik“, sondern im Amerikanischen z.B. auch „Expertengutachten“, „Beratungsstelle“, im Sport „Trainingslager“ oder im Englischen auch „Sprechstunde“.

Die beiden Begriffe Drum-Workshop und Drum-Clinic werden hierzulande leider sehr oft synonym verwendet, haben jedoch voneinander abweichende Bedeutungen und sind somit nicht das Gleiche. Dies führt dann natürlich zu unterschiedlichen Vorstellungen oder Erwartungen und somit zu Mißverständnissen.

Was wäre überhaupt unter einem/einer Clinic „richtig“ zu verstehen: http://en.wikipedia.org/wiki/Clinic_(music)

Clinics werden oft von Herstellerfirmen und ihren Endorsern gleich in Form ganzer Clinic-Tourneen veranstaltet. Daher werden diese meist mit und in den jeweiligen lokalen bzw. regionalen großen Musikgeschäften durchgeführt. Bei derartigen Clinics geht es natürlich dann aus Sicht der Hersteller letztlich darum Werbung für beispielsweise eine neue Snare zu machen.
Der Lehr- und Lernanteil fällt daher, je nach Clinician und Konzept, sehr unterschiedlich aus. Ein virtuoser Schlagzeuger kann nicht automatisch gleichzeitig gut erklären und sympathisch oder unterhaltsam moderieren.

Die Auftritte der einzelnen Schlagzeuger auf Drummer-Festivals werden meist als Clinics oder wirklich als reine Performances durchgeführt.

… somit kann man unter „Clinic“ auch so eine Art interaktives Konzert, Vortrag bzw. Vorführung beispielsweise zu einer bestimmten Technik oder einem bestimmten Thema verstehen. Wobei die Interaktion dabei natürlich trotzdem sehr begrenzt ist und meist eher am Schluss in Form von Fragen beantworten stattfindet.

D.h. bei Clinics kann durchaus einiges gelernt werden und Motivation entstehen. Da jedoch keine aktive Teilnahme mit Spielen stattfindet kann es keine sofortige Selbsterfahrung geben. Doch gerade durch diese werden oft Erkenntnisse gewonnen bzw. entstehen manchmal spezifische Fragen, die anders als in Clinics bei einem Workshop gleich beantwortet werden könnten…

Bei Clinics können ähnlich wie bei einem Konzert im Grunde so viele Besucher kommen wie der Saal fasst. In der Praxis dürften das erfahrungsgemäß 10 bis mehrere 100 Menschen sein, in Ausnahmefällen bei sehr international berühmten Drummern auch über 1000.